Miksang me

Der unendliche Kreis

weder Anfang noch Ende. Dieser stammt von meiner Auszeichung, aus einer Zeit die mir sehr viel bedeutet hat.

Das ist mein frischer Leitgedanke. Aber warum Miksang me? Alle meine hier gezeigten Fotografien sind in einem einzigen, gesehenen Moment entstanden, ausschließlich für und durch mich. Frei von einer Idee, ohne Arrangement, frei von konzeptioneller Anordnung, in einem Moment innerer Freiheit. Es geht mir um die Vereinfachung und Aussage und Emotion meines Gesehenen und die daraus resultierende Darstellung im Bild.

Miksang ist wie Yoga

Bei einem mehrtägigen Workshop stellte Hèlen A. Vink mir die Frage, wie Miksang sich für mich darstellt. Spontan konnte ich ihr keine Antwort darauf geben. Einen Tag später und nach der Auseinandersetzung damit und mir selbst erklärte ich das so: Für mich ist Miksang mit der Praxis des Yoga vergleichbar. Alles was ich dort mache geschieht ausschließlich auf meiner Matte. Ganz egal ob mir die Übungen gelingen oder nicht, ich tue es nur für mich. Es interessiert dabei auch nicht, ob die Figuren (Asanas) gut aussehen, ich übe ja nicht damit es jemand anderes schön finden könnte. Und so hat sich in mir die Vorstellung gefestigt, dass die Ausübung von Miksang nur für mich geschieht. Ich fotografiere nicht für Publikum.

Das englische Wort me bezeichnet im wesentlichen sehr gut um was es mir geht;

Pronomen für das englische Wort me - in welchem Zusammenhang es für mich in Sinne von Miksang steht

Mich
– hat etwas gestoppt, mein Geist wurde angezogen von Farbe, Licht, Textur.
Mir – in mir beginnt und endet die Wahrnehmung ein neuer Moment „gutes Auge“
Ich – halte körperlich an und verbringe Zeit schauend und kontemplierend was mich gestoppt hat, bevor ich meine Kamera an mein Auge halte und es festhalte.

 

miksang.me ist die bildliche Aussage jenes gefühlten Moments.
ICH BIN MIKSANG ME.

Wie ich zu Miksang kam

Ken-Zen Einheit

von Karlfried Graf-Dürkheim aus dem Buch "Wunderbare Katze".

Im September 2006 bekam ich von einer lieben Freundin, danke liebe Kirsten van Well, eine DVD geschenkt, auf der sich zwei Videos von Michael Wood, Begründer der Miksang-Photografie befanden. Beides war mir bis dato unbekannt. Als ich mir diese ansah war ich erst einmal von der Einfachheit der Bildsprache begeistert. Die Bilder wirkten unterschiedlich auf mich, beruhigend und anregend zugleich. Inspirierend und einladend. Aber maßgeblich weckte Miksang selbst meine Neugier. Welches Wesen steckt denn eigentlich dahinter, Fotografie als Meditation? Da ich seit mehr als 25 Jahren durch die Kampfkünste zunehmend auch mit verschiedenen Arten von Meditation in Kontakt gekommen war, konnte ich mir visuelle Meditation durchaus vorstellen, jedoch nicht wie man es praktiziert. Es vergingen noch fünf Jahre bis ich einer Einladung zu einem Miksang Workshop folgte.

Die Tage der Miksangpraxis waren für mich sehr erhellend. Visuelle „Aufwärmübungen“ um Geist und Auge zur Ruhe zu bringen um später mit bestimmten Zielsetzungen mit der eigentlichen Übungspraxis zu beginnen.

Miksang ist sehr komplex, ein Versuch es mit wenigen Worten zu beschreiben will ich hier gar nicht unternehmen. Wie jede ZEN-Praxis, z.B. Kyudo (Bogenschießen), Chado (Teezeremonie), Shodo (Kalligraphie), Karatedo (Weg der leeren Hand), Aikido (Weg zur Harmonie der Kräfte) usw. handelt es sich hierbei auch um Meditationskünste. Sie eint die Prinzipien und praktischen Übungswege, die aus dem Buddhismus hervorgegangen sind. Ich wage an dieser Stelle das Beispiel der Kalligrafie, man mag es mir nachsehen wenn der Vergleich hinkt. Neben den Werkzeugen, wie Papier und Pinsel, benötigt man den Augenblick. So ist Miksang visuelle Meditation nahe oder in einem völlig stimmigen Moment im Jetzt, bei der die Kamera das Medium darstellt dem freien, frischen Moment im Bild Ausdruck zu geben.

Das Ausüben der Kampfkünste erlaubte mir viele Facetten kennen zu lernen und die Beobachtung, was sie verbindet, fügt sich für mich nahtlos in die Miksang-Praxis ein. Die Miksang Vorübungen zu innerer Ruhe waren mir insofern aus den Kampfkünsten sehr vertraut, die visuelle Übung ist für mich jedoch vollkommen neu und eine echte Herausforderung. Das Studium von Miksang ist für mich die Disziplin um meine persönliche Fotografie in eine ernsthafte Richtung zu bringen. Die Kamera ist das Instrument. Dabei geht es nicht um die Perfektionierung im Umgang mit dem Instrument, sondern meiner Entwicklung an ihm.